Freitag, 16. Oktober 2015

2 Monate




Ich habe mich hier in Uruguay und in meiner Familie super eingelebt.
Nachdem die Lehrer nach zwei Wochen aufgehört haben zu streiken, ging die Schule dann richtig los. Ich habe von Montag bis Samstag Unterricht jeden Tag von halb acht bis halb eins und an manchen Tagen danach noch Sportunterricht. Ich gehe hier mit meiner Gastschwester in die dritte Klasse, das ist in Deutschland etwa die neunte Klasse. Nach den Sommerferien werde ich dann die Schule wechseln und wahrscheinlich in die fünfte Klasse gehen. In manchen Schulfächern verstehe ich schon fast alles, zum Beispiel Mathe, Physik und Chemie, aber in Fächern wie Geographie und Cívica verstehe ich so gut wie nichts, teilweise auch weil die Schüler bei manchen Lehrern unglaublich laut sind.
Die Schule ist hier viel lockerer als in Deutschland, es kommt immer jemand zu spät und es ist auch nicht schlimm, wenn man mal zwei Stunden zu spät kommt oder gar nicht hingeht. Bis jetzt habe ich aber nicht den Eindrück, dass sich das Level hier großartig von dem in Deutschland unterscheidet. Nur in Englisch gibt es einen deutlichen Unterschied, die meiste Zeit wird Spanisch geredet, weshalb ich auch nicht alles verstehe. Leider war ich zwei Wochen lang total erkältet und musste deswegen mehrere Tage zu Hause bleiben. 
Donnerstag den 17.9. haben wir uns mit viele Austauschschülern in Montevideo getroffen und sind zusammen zur Expo Prado gegangen. Das ist eine Art Messe, bei der ganz viel über die Kultur Uruguays und anderer Länder ausgestellt wurde. Es war total interessant und ich habe den ganzen Tag nur gegessen (es gab viele Stände, bei denen man typisch uruguayisches Essen kaufen konnte). Es war auch toll, alle anderen Austauschschüler wiederzusehen und sich darüber auszutauschen, was man bisher erlebt hat.

Mit meiner Gastfamilie verstehe ich mich super, jeden Tag fühle ich mich mehr wie in einer Familie. Ich backe jetzt alle zwei Wochen Pfannenkuchen mit Käse, davon sind alle total begeistert und auch Fantakuchen mit Cola kam hier nach den ersten erstaunten Blicken gut an.

Ich habe mit meiner Familie auch schon mehrere Ausflüge gemacht, wir waren in Montevideo, am Cerro Arequita und in Rocha (Departamento an der Küste und an der Grenze zu Brasilien). Der Cerro Arequita ist ein "Berg" (305m hoch, übersetzt bedeutet Cerro Anhöhe, Hügel oder felsige Erhebung). Wir haben den Tag auf einem Campingplatz verbracht und sind auf den Cerro Arequita gewandert. Am Fuß des Berges gibt es einen Bosque de Ombúes (ein Wald aus Ombuen/Zweihäusige Kermesbeere), diese Bäume eignen sich super zum klettern, sodass ich mit meinem Bruder erstmal die besten Bäume ausfindig gemacht habe.




Punta del Diablo
In Rocha waren wir in der Grenzstadt Chuy, die Hauptstraße ist de Grenze zu Brasilien. Da man in Brasilien günstig einkaufen kann, fahren viele Uruguayer mal eben über die Grenze und plündern dort die Supermärkte. Auf dem Rückweg haben wir an mehreren Lieblingsplätzen meiner Familie angehalten. Die Natur ist hier total schön, viel weitläufiger und es sind viel weniger Menschen unterwegs. Wir waren auch in Punta del Diablo, ehemals ein kleines Fischerdorf, jetzt eine wichtige Touristenstadt in Uruguay. Es war allerdings nicht viel los, weil gerade Winter ist, im Sommer soll dort aber eine tolle Stimmung sein. Abends haben wir bei Vollmond an einem Strand halt gemacht und konnten in der Ferne sogar Wale beobachten.




Das letzte Wochenende sind wir mit allen Austauschschülern aus meiner Stadt nach Dolores (eine kleine Stadt in der Nähe der Grenze zu Argentinien) gefahren, um uns die Fiesta de la Primavera anzuschauen (Fiesta=Feier; Primavera=Frühling). Wir haben dort bei dem Umzug zugeguckt, wo viele Schüler sich verkleidet haben und die eingeübten Tänze gezeigt haben. Mit einem Katamaran sind wir den Fluss Río San Salvador bis zum Grenzfluss Río Uruguay entlanggefahren und waren abends am Fluss bei der Party. Dort sind Leute mit gestapelten Lautsprechern auf ihren Autos hingefahren, sodass man aus mehreren Richtungen laute Musik gehört hat. Es war beeindruckend zu sehen, wie die Menschen auf alten Autos getanzt haben/gesprungen sind und wie sie rollbare Kühlschränke (für die Getränke) durch die Menge geschoben haben. Auch wenn solche Partys, wo sich alle betrinken nicht so mein Fall sind, war es schon interessant, das mitzuerleben.
Die Zeit vergeht einfach total schnell, ich kann mir gar nicht vorstellen schon zwei Monate hier zu sein. Ich erlebe hier viele neue Sachen und habe schon viel von Uruguay gesehen!
Besos y abrazos de Uruguay,
Kim




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