Montag, 25. April 2016

Florianópolis, Schule & Herbst

Anfang März waren die Sommerferien dann zu Ende. Nach drei Monaten war es ganz schön gewöhnungsbedürftig wieder so früh aufzustehen und um kurz nach sieben das Haus zu verlassen um zur Schule zu gehen.
Ab der fünften Klasse (entspricht in Deutschland der elften Klasse) wird die Schule in Zweige aufgeteilt: Humanistico (Gesellschaftswissenschaftlich), Scientifico (Naturwissenschaftlich), Biologico (Biologie) und Artistico (Künstlerisch). Ich habe Humanistico gewählt, weil ich denke, dass ich dort viel mehr neue Sachen lernen kann als in Scientifico, wo man als Hauptfächer Mathe, Physik und Chemie hat. In Scientifico macht man ja ungefähr das gleiche wie in Deutschland. Ich habe jeden Tag zwischen sechs und acht Stunden Unterricht, wobei man immer nur fünf Minuten Pause hat zwischen den Stunden.
Wöchentlich habe ich:
- 5 Stunden Mathe
- 6 Stunden Geschichte
- 4 Stunden Erdkunde
- 5 Stunden Literatur
- 3 Stunden Englisch
- 2 Stunden Biologie
- 4 Stunden Soziologie
- 3 Stunden Philosophie
- 3 Stunden Educación Ciudadana (Educación=Bildung, Ciudadana=Staatsbürger)

Auf der neuen Schule gefällt es mir jetzt viel besser, als im letzten Jahr. Meine Mitschüler sind in meinem Alter und obwohl ich vorher niemanden kannte, fühle ich mich jetzt schon wohler als im letzten Jahr.

Nach zwei Wochen Schule und dem ersten Lehrerstreik, gab es dann auch schon wieder Osterferien. Mit meiner Familie und noch fünf anderen Familien sind wir nach Florianópolis, in den Süden Brasiliens gefahren. Der größte Teil der Stadt liegt auf einer Insel, der Rest auf dem Festland. Viele Uruguayos fahren dort in den Sommer- oder Osterferien hin, wobei in den Osterferien alles schon etwas günstiger ist.
Wir waren jeden Tag am Strand schwimmen, manchmal an dem Strand Ingleses, der einen Block von unserer Wohnung entfernt war, oder sind zu anderen Orten gefahren. Mir persönlich hat der Strand Lagoinha do Leste am besten gefallen. Um den fast menschenleeren, langen Sandstrand zu genießen, musste man 1,5 Stunden durch den Wald laufen, was sich definitiv gelohnt hat. Selbst als mir das Wasser bis zum Hals ging, konnte ich meine Füße noch sehen.
Hier ein paar Bilder:






Ansonsten ist hier nicht viel los, vormittags gehe ich zur Schule, drei mal die Woche habe ich Taekwondo Training und bin jetzt am suchen, was ich nachmittags noch so machen kann.
Man merkt, dass der Herbst angefangen ist, es regnet so gut wie die ganze Zeit. In einigen Regionen Uruguays gibt es krasse Überschwemmungen und vor eineinhalb Wochen gab es einen Tornado in Dolores, einer kleinen Stadt an der Grenze zu Argentinien. Die Bilder, die man so im Fernsehen gesehen hat, sahen ziemlich verwüstet aus. Auch im restlichen Land gab es heftige Gewitter, bei uns mehr als 12 Stunden lang am Stück und danach noch tagelangen Regen. Was mir noch aufgefallen ist, wie gut das Land nach dem Tornado zusammenhält, in der Schule, im Sportverein und in den Supermärkten kann mann Sachen spenden. Aus dem ganzen Land werden die Spenden gebracht. Ich denke mal, der große Zusammenhalt liegt daran, dass hier so wenig Leute leben und alle Hilfe gebraucht werden kann.

In zweieinhalb Monaten stehe ich schon am Flughafen um zurückzufliegen, die Zeit ist bis jetzt wirklich unglaublich schnell vergangen. Einerseits freue ich mich schon total darauf meine Familie und meine Freunde wiederzusehen und mich in meiner Umgebung einfach auszukennen, aber andererseits möchte ich meine zweite Familie, mein neues Zuhause, meine Freunde auch nicht zurücklassen.

Muchos Besos,
Kim

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